Zakat-Wissen

Geschichte der Zakat: Offenbarung und Erwähnungen im Qur’an

Die Aufforderung zum Geben steht in einer langen religiösen Tradition. Für die Geschichte der Zakat ist zwischen allgemeinen Aufforderungen, der verbindlichen Pflicht und der späteren Ausgestaltung ihrer Regeln zu unterscheiden.

Redaktion: Zakat Deutschland · Veröffentlicht am

Wann wurde die Zakat verpflichtend?

Unsere frühere Wissensbasis erläuterte unter Bezug auf Ibn Kathirs Tafsir, dass Aufforderungen zur Abgabe bereits in der mekkanischen Zeit vorkommen. Sie verwies dazu auf Qur’an 70:24–25 mit dem festgelegten Anteil für den Fragenden und den Mittellosen.

Derselbe historische Beitrag ordnet die institutionelle Ausgestaltung und Erläuterung der Einzelheiten dem zweiten Jahr nach der Hijra in Medina zu. Er nennt zugleich unterschiedliche Gelehrtenmeinungen dazu, ab wann genau von der verbindlichen Pflicht gesprochen wird. Eine einzelne Jahreszahl ohne diese Unterscheidung verkürzt deshalb die Darstellung.

Gab es die Abgabe schon bei früheren Völkern?

Qur’an 19:54–55 erwähnt Ismail und seine Aufforderung an die Seinen zu Gebet und Zakat. Qur’an 2:83 nennt die Abgabe im Zusammenhang mit dem Bund mit den Kindern Israels. Diese Stellen zeigen, dass die religiöse Verpflichtung zum Geben nicht erst als isolierte Neuerung der späteren muslimischen Gemeinschaft erscheint.

Daraus folgt nicht, dass alle heutigen Detailregeln in jeder früheren Gemeinschaft identisch waren. Für die eigene Berechnung sind die einschlägigen islamischen Regeln zu Vermögensart, Nisab, Fälligkeit und Empfängern maßgeblich.

Wie oft wird Zakat im Qur’an erwähnt?

Die bisherige Wissensbasis nennt 32 Vorkommen des Wortes Zakat: 30 in der islamischen und zwei in der sprachlichen Bedeutung. Ein weiterer damaliger Beitrag nennt 28 gemeinsame Erwähnungen von Gebet und Zakat. Diese Angaben sind als die Zählung dieser verlinkten historischen Beiträge zu verstehen; Wortformen, Bedeutungen und gemeinsam betrachtete Verse sind bei Zahlenangaben voneinander zu unterscheiden.

Den religiösen Stellenwert kannst du unmittelbar an den Textstellen nachvollziehen: Qur’an 2:43 verbindet Gebet und Zakat, Qur’an 9:60 benennt die Empfänger und Qur’an 9:103 den Gedanken der Reinigung. Die Zahl der Nennungen allein ist keine Berechnungsregel und beantwortet weder deinen Nisab noch deinen persönlichen Zakat-Stichtag.

Quellen und weiterführende Informationen

Die Beiträge geben allgemeine Orientierung. Unterschiedliche Rechtsschulen und persönliche Umstände können zu anderen Ergebnissen führen. Für die Einordnung deines Falls kannst du Beratung anfragen.